Marketing-Expertin Irene Theiß im Interview: Das sind ihre wichtigsten Tipps

Lea
·
25. Oktober 2021
Marketing-Expertin Irene Theiß

Irene Theiß ist selbstständige Marketingberaterin und hilft anderen Selbstständigen und kleineren Unternehmen dabei, über E-Mail-Marketing Kundenkontakte herzustellen und langfristig zu halten. In einem Interview hat sie ihre wichtigsten Newsletter-Tipps mit uns geteilt und verraten, worauf es für effektives Newsletter-Marketing ankommt.



1. Beruflicher Werdegang: Der Weg in die Selbstständigkeit als Marketing-Beraterin

Wie kommt es, dass Sie als selbstständige Marketingberaterin Unternehmen bei ihrem Newsletter-Marketing unterstützen?

Newsletter haben mir schon immer gut gefallen, weil sie so zielgerichtet sind, weil man sie vorbereiten kann und auch nochmal für sich testen kann, bevor sie versendet werden.

Durch Praktika hatte ich tatsächlich schon vor meiner allerersten Festanstellung das erste Mal mit Newslettern zu tun. In den Verlagen, in denen ich danach gearbeitet habe, habe ich ebenfalls die Newsletter aufgebaut. Newsletter begleiten mich also schon eine ganze Weile.

In die Selbstständigkeit als Beraterin für E-Mail-Marketing war es dann aber noch ein kleiner Weg: Ich habe bis letztes Jahr festangestellt gearbeitet. Darüber Gedanken gemacht habe ich mir zwar immer wieder mal, aber die zündende Idee hatte noch gefehlt. Dafür musste ich mir erstmal die Frage stellen: „Was kann ich eigentlich am besten?”. Vorher habe ich als Projektmanagerin und als Marketing-Expertin gearbeitet, das war ziemlich breitgefächert. Zu sagen: „Okay, mein Schwerpunkt und das Gebiet, auf dem ich mich richtig gut auskenne, ist Newsletter-Marketing”, das kam dann erst später.

Der Newsletterversand in drei Worten: Zielgerichtet, planbar und persönlich.

Im Laufe des letzten Jahres konnte ich beobachten, dass sich viele Menschen mit dem Newsletterversand beschäftigen, dass viele neue Newsletter entstanden sind. Und eben auch, dass es wirklichen Bedarf gibt, diese Entwicklung zu unterstützen und Menschen dabei von Anfang an zu begleiten: vom Listenaufbau zu den ersten E-Mails und bei allem, was danach kommt.


2. Marketing-Formate und ihre Möglichkeiten

Um neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen und Bestandskund:innen bzw. allgemein Interessierte auf dem Laufenden zu halten, nutzen Sie einen eigenen Newsletter, Ihren Blog sowie die Plattform Pinterest. Haben Sie „im kleineren Stil” angefangen?

Ich habe damit angefangen, Blogartikel zu veröffentlichen. Als ich die ersten 4-5 davon beisammen hatte, hat es sich gelohnt, diese auf Pinterest zu bewerben. Da kann man ziemlich gut mit Keywords arbeiten und Interessierte können so zu meinem Blog finden. Das ist auch ganz allgemein meine Strategie: Ich erstelle Inhalte für meinen Blog, die über Pinterest und über Google auffindbar sind. Wenn die User dann auf meinem Blog gelandet sind, ist es mein Wunsch, dass sie sich eben als nächstes für meinen Newsletter anmelden. So können sie aktiv von mir informiert werden und direkt Bescheid bekommen, wenn es Neuigkeiten im Blog gibt – z. B. wichtige Newsletter-Tipps.


3. Expertentipps für den Newsletterversand

Wenn Sie es kurz halten müssten: Mit welchen drei Adjektiven würden Sie den Newsletterversand als Marketingmaßnahme beschreiben? Und was hebt ihn eigentlich von anderen Marketingmaßnahmen ab?

Zielgerichtet, planbar und persönlich. Andere Marketingmaßnahmen haben oft nur eine dieser Eigenschaften, aber das Zusammenspiel der drei Komponenten gibt es eigentlich nur beim Newsletterversand – und das macht ihn in meinen Augen zu etwas Besonderem.

Haben Sie eine Routine, nach der Sie Ihre Newsletter erstellen? Wie sieht diese aus?

Ich habe eine Struktur, nach der ich einen Newsletter zusammenstelle. Natürlich überlege ich vorher, um was es überhaupt gehen soll. Dann fange ich aber weder mit dem Betreff noch mit der Einleitung an, sondern starte in der Mitte.

Den Betreff schreibe ich tatsächlich als allerletztes. Das ist für mich der kreativste Prozess, schließlich muss der Betreff genau ins Schwarze treffen.

Bei Produktnewslettern ist das das Zusammenstellen der Produktinformationen, die im Newsletter beworben werden. Wenn der Newsletter informativ ist und auf einen Blogartikel verweist, dann starte ich mit einer Zusammenfassung des Blogbeitrags.

Und wenn der Mittelteil steht, arbeite ich mich dann langsam durch: Als Nächstes schreibe ich den Einleitungsteil, dann kommt der Schlussteil, also die Verabschiedung, und noch einen Call-to-Action dazu.

Den Betreff schreibe ich tatsächlich als allerletztes. Das ist für mich der kreativste Prozess, schließlich muss der Betreff genau ins Schwarze treffen. Wenn ich vorher schon alle Inhalte betrachtet habe und mich damit intensiv auseinandergesetzt habe, fällt es mir leichter, einen Denkanstoß für einen gelungenen Betreff zu bekommen.

Würden Sie sagen, dass sich Newsletter-Versender:innen ein Konzept oder eine Art Versandplan machen müssen? Gibt es dafür eine „goldene Faustregel”?

Für mich selbst ist eine Routine im Newsletterversand wichtig. Allein schon um vor Augen zu haben, dass man regelmäßig etwas versenden möchte. Vielen hilft da ein Versandplan weiter. Mit einem Plan kann man genau sagen, wann man einen Newsletter versenden möchte: zum Beispiel an jedem zweiten Dienstag oder am ersten Mittwoch im Monat. Daran kann mit sich gut entlanghangeln. Man weiß, dass man den Newsletter bis dahin vorbereitet haben muss. So wird der Newsletterversand zum terminierten To-do und rutscht nicht auf die „Irgendwann”-To-do-Liste.

Bei aller Planung finde ich das Tolle am Newsletterversand aber auch, dass die Planungsprozesse flexibel sind. Wenn zwischendurch etwas Erwähnenswertes passiert, kann man einfach noch einen Newsletter versenden, der vielleicht vorher noch nicht eingeplant war.

Wie startet man am besten mit dem Newsletter-Marketing, nachdem man die ersten Abonnent:innen gesammelt hat?

Im Newsletter-Marketing gibt es keinen Anfang und kein Ende. […] Nach und nach kommen mehr Leser dazu, für die es dann wieder ein ’neuer erster Newsletter‘ ist.

Ich selbst habe mich am Anfang an meinen bis dahin veröffentlichten Blogartikeln orientiert. Bei Onlineshops z. B. orientiert man sich eher an saisonalen Anlässen oder aktuellen Produkten, die man im Newsletter vermarkten kann. 

Ich glaube, man muss sich davon verabschieden, dass es beim Newsletter-Marketing einen Anfang und ein Ende gibt. Vielmehr muss der Newsletter zur aktuellen Situation passen, in der sich sowohl Versender als auch Empfänger befinden, und dann einfach starten. Nach und nach kommen immer mehr Leser dazu, für die es dann ein „neuer erster Newsletter” ist. Wenn man ein paar Inhalte beisammen hat, die man als geeigneten Einstieg empfindet, würde ich empfehlen, eine Willkommens-Sequenz einzurichten. Quasi feste Inhalte, die man als allererstes rausschickt. Damit kann man Neuankömmlinge gut abholen. Nach den ersten vier oder fünf E-Mails geht es dann über in den normalen Newsletterversand.

Mal aus dem Nähkästchen geplaudert: Verraten Sie unseren Leser:innen die Top drei Ihrer Geheimtipps für einen gelungenen Newsletter?

  1. Als erstes würde ich hier den Inhalt nennen: Man sollte die Leser nicht mit zu vielen Informationen und thematischen Sprüngen konfrontieren, und auch die Handlungsaufforderungen im Newsletter sollten stimmig mit den Inhalten sein. Das kann man durch die Gestaltung gut zum Ausdruck bringen: Die wichtigste Info bekommt den größten, markantesten Call-to-Action Button, damit sie direkt ins Auge fällt. 
  2. Da spielt dann auch der Newsletter-Aufbau mit rein: Das Wichtigste gehört nach oben. Newsletter werden nicht unbedingt komplett gelesen, oft werden sie auch nur überflogen. Was wichtig ist, sollte auch als wichtige Info zu erkennen sein.
  3. Mein dritter Tipp ist zum Newsletter-Betreff: Für den sollte man sich unbedingt Zeit nehmen. Der Betreff sollte kreativ und eindeutig formuliert sein.
Anhand eines Newsletterbeispiels von Irene Theiß wird gut ersichtlich, wie sie ihren eigenen Newsletter konzipiert und worauf sie Wert legt. (hier: Ausschnitt aus dem Newsletter)

Wie sieht für Sie ein gelungener Newsletter-Betreff aus?

Er sollte kurz sein, sodass er auch tatsächlich in verschiedenen E-Mail-Programmen komplett angezeigt wird, ohne dass das Wichtigste hinter kleinen Pünktchen verschwindet. Er sollte neugierig machen und mich dazu verlocken, die E-Mail zu öffnen, um mehr zu erfahren.

Ein anderer Ansatz, der dem „neugierig machen” gegenübersteht, ist, dass der Betreff ganz klar sein sollte und direkt zum Ausdruck bringt, worum es geht. So kann man auch vermeiden, dass die Abonnenten von dem Newsletter genervt sind, weil sie die Inhalte diesmal nicht interessieren. Wenn man eine Aktion anwirbt, kann man das direkt im Betreff kenntlich machen, sodass diejenigen, die sie sich dafür interessieren, den Newsletter direkt öffnen.

Sie versenden Ihren Newsletter an jedem zweiten Dienstag. Woran macht man den idealen Versandzeitpunkt fest?

Das ist ein guter Punkt, der viele Leute zu beschäftigen scheint: Die Frage bekomme ich häufiger gestellt. Eine richtige Antwort gibt es hier gar nicht und ich persönlich bin der Meinung, dass der Versandzeitpunkt gar nicht so wichtig ist. Die Faktoren, nach denen man sich richten kann, sind von Versender zu Versender unterschiedlich.

Wenn ich mich an etwas orientiere, dann sind das die Statistiken von meiner Website: Wann sind die meisten Besucher auf meiner Seite? Das ist dann nämlich eine Zeitspanne, in der meine Newsletter-Leser auch online sind und sich mit dem Thema beschäftigen. Das hat für mich deutlich mehr Aussagekraft, als pauschal zu sagen, dass Newsletter freitags, mittwochs, keinesfalls am Wochenende oder unbedingt am Vormittag versendet werden sollten.

Das ist eher so ein Learning by Doing-Prozess, den man im Laufe der Zeit anpassen und verändern kann. Man schaut sich an, wie die eigene Zielgruppe aufgebaut ist. Wann haben die Abonnenten die E-Mail geöffnet? Wann wurden die Links geklickt? Daran kann man sich gut orientieren und den Versandzeitpunkt anhand dessen festlegen.

Wenn der Versand dann erstmal erfolgt ist: Wie messen Sie, ob Ihr Newsletter erfolgreich war? Kann man auf dem Weg etwas für zukünftige Newsletter lernen?

Ich finde es wichtig, ein gutes Mittelmaß zwischen der Auswertung von qualitativem und quantitativem Feedback zu finden.

Wenn es um Produktnewsletter gibt, kann man sich gut daran orientieren, wie viel nun damit tatsächlich verkauft wurde. Wenn man Blogartikel bewirbt, kann man sich zum Beispiel an Kundenreaktionen orientieren. Ich selbst bekomme von Lesern Feedback per E-Mail, an dem ich gut sehen kann, ob das Thema die Leute wirklich interessiert hat. Dann weiß ich, dass das ein Thema ist, zu dem ich noch mehr Inhalte veröffentlichen kann.

Ich finde es wichtig, ein gutes Mittelmaß zwischen der Auswertung von qualitativem und quantitativem Feedback zu finden. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich mich auch gerne an den Zahlen aufhänge, aber im Prinzip ist das Feedback zu den Inhalten genauso wichtig: Die Zahlen zeigen mir nicht, ob meine Inhalte relevant und spannend sind, dafür brauche ich dann konkrete Meinungen der Leser.

Je nach Empfängerliste können A/B-Tests natürlich hilfreich sein. Bei einer kleinen Empfängerliste sind diese aber noch nicht so aussagekräftig. Da sind die Unterschiede zu klein, als dass mir das wirklich in der Auswertung weiterhilft. Deswegen ist das Zusammenspiel aus der persönlichen Rückmeldung und der statistischen Auswertung ein ziemlich gutes.

In einem Ihrer Blogbeiträge liest man, dass Sie mit Ihrem Newsletter „nicht nerven” möchten. Wie entsteht das Gefühl der Genervtheit bei Leser:innen? Wie vermeiden Sie das?

Zu der Annahme, dass Newsletter nerven können, kam ich vor allem, weil ich natürlich selbst manchmal von ihnen genervt bin: Wenn mich die Inhalte nicht interessieren oder mein Postfach vor lauter Newslettern überläuft, kann einen das schon mal stören.

Bei meinen Kunden habe ich auch schon heraushören können, dass sie Bedenken haben, mit ihrem Newsletter zu nerven. Zum Beispiel, wenn die Versandfrequenz zu hoch ist. Auch habe ich von Leuten gehört, die Newslettern im Allgemeinen kritisch gegenüberstehen und alle davon in dieselbe Schublade stecken: „Das ist doch alles Spam”. 
Deswegen ist mir persönlich wichtig, relevante Inhalte anzubieten und diese an die Leser zu bringen, die sich tatsächlich dafür interessieren. Wenn Leute rückmelden, dass die Inhalte des letzten Newsletters gar nicht ihren Geschmack getroffen haben, dann möchte ich vermeiden, dass sie in Zukunft nochmal Newsletter zu diesem Thema erhalten.

Da kommt ja ein Stück weit die Segmentierung ins Spiel: Teilen Sie Ihre Empfängerlisten in Gruppen ein?

Ich habe bislang drei Segmente angelegt, die mir einen ersten Anhaltspunkt geben, wofür sich meine Leser interessieren. Am Ende meiner Newsletter weise ich die Leser auch darauf hin, dass sie sich bei mir melden können, wenn ein bestimmtes Thema für sie nicht relevant war, sodass ich das vermerken kann. Mir ist es auf jeden Fall lieber, wenn jemand nicht mehr Newsletter zu allen Themen empfängt, bevor er irgendwann genervt ist und sich gänzlich von meinem Newsletter abmeldet. Man kann nicht jeden Empfänger mit allen Themen gleichermaßen begeistern – deswegen ist es super wichtig, diese Art von Feedback von den Lesern zu bekommen.

Personalisieren Sie Ihre Newsletter? Wenn ja: Warum? Wie gelingt die Personalisierung in Newslettern?

Ich personalisiere in Teilen. Am Anfang ist es wichtig, das ganze nicht zu komplex und zu detailliert zu gestalten. Was man meiner Meinung nach von Anfang an machen sollte, ist die persönliche Anrede – und diese dann nicht nur in der Anrede, sondern auch zu einem späteren Zeitpunkt im Newsletter nochmal aufgreifen.

Wenn meine Zielgruppe ziemlich heterogen ist, dann macht es auch auf jeden Fall Sinn, Textblöcke und Produktangebote zu personalisieren bzw. den verschiedenen Zielgruppen anzupassen. Wenn ich alle in meiner durchmischten Zielgruppe gleichermaßen abholen möchte, kann es schnell passieren, dass die Inhalte total nichtssagend werden. Da ist es mir lieber, einzelne Blöcke anzupassen oder auszutauschen oder gar zwei Newsletter zu versenden.

Ist das nicht ein viel höherer Zeitaufwand? Ist die Personalisierung in der Form auch machbar für kleine Unternehmen, die weniger zeitliche Kapazitäten haben?

Wenn die technischen Aspekte erstmal klar sind und man für sich selbst einen routinierten Ablauf im Newsletterversand gefunden hat, dann kann man damit anfangen. Direkt am Anfang gibt es wichtigere Faktoren, mit denen man sich erstmal vertraut machen muss. Wenn man weiß, worauf man achten muss, wenn keine Fehler mehr passieren, dann kann man sich an die personalisierten Textblöcke herantasten. So ein großer Aufwand ist das gar nicht:

Ich kann meinen Newsletter-Entwurf ja duplizieren und nur Teile davon anpassen, ich muss ja gar nicht das gesamte Layout neu erstellen. Zwei komplett getrennte Inhalte sind vermutlich zu aufwändig. Da muss man für sich selbst ein Mittelmaß finden, je nach den eigenen Prioritäten und Voraussetzungen.

Wie findet man relevante Inhalte für den Newsletter?

Relevant sind meines Erachtens nach immer zwei Sachen, zwischen denen man die Balance finden muss. Zum einen stellt man sich die Frage: Was ist relevant für mich? Was möchte ich erreichen? Und das gar nicht nur auf den einen bestimmten Newsletter bezogen, sondern auf das große Ganze, auf das Quartals- bzw. Jahresziel.

Zum anderen versuche ich zu erfahren, was die Leser interessiert. Oder auch Fragen, die sich die Leute stellen, die noch keine Newsletter-Abonnenten sind. Zu welchen Themen wird mein Blog häufig aufgerufen? Was wird häufig gegoogelt? So sehe ich, welche Inhalte relevant für die breite Masse sind und was für meinen Newsletter von Relevanz sein kann.

Worauf sollten Versender:innen bei der Gestaltung Ihres Newsletter achten? Ist die Gestaltung genauso wichtig wie der Inhalt?

Ich finde die Gestaltung spielt im ersten Schritt eine ganz wichtige Rolle. Erstmal ist es der Betreff, er uns dazu verleitet, den Newsletter überhaupt zu öffnen. Und dann ist es der erste Eindruck beim Öffnen des Newsletters, der die Leser überzeugt oder eben nicht überzeugt. Trotzdem ist es mit der Gestaltung ähnlich wie auch beim Inhalt: 

Weniger ist mehr. Es sollte nicht zu schrill und unstimmig sein, genauso wie der Text keine Romanausmaße annehmen sollte.

Wie wichtig ist der allgemeine Aufbau? Macht es einen Unterschied, wo z. B. Bilder und Links platziert werden?

Wie man den Newsletter aufbaut, ist damit verknüpft, wie man mit seinem Newsletter auftreten möchte. Soll der Newsletter persönlich wirken, wie z. B. eine ganz gewöhnliche E-Mail? Dann ist die Gestaltung auf jeden Fall eher schlicht, das Design ist eher reduziert. So bekommt das ganze eine persönliche Note.

Es gibt aber auch das Gegenstück dazu: Der Newsletter, der eher magazinartig gestaltet ist, mit vielen Bildern und farblichen Akzenten. Es heißt immer so schön: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Das ist natürlich stark vom Bild und dem Thema dahinter abhängig, aber in einigen Fällen trifft das auch im Newsletterversand zu. Bevor ich etwas zu ausführlich oder zu technisch beschreibe, kann ein passendes Bild meinen Text unterstützen.

Würden Sie sagen, dass das zielgruppenabhängig ist? Kann man z. B. sagen, das ältere Leser:innen mehr mit klassischen Mailings anfangen können, während eine jüngere Zielgruppe lieber knallige Newsletter mit vielen Bildern liest?

Ich finde, dass das eher themenabhängig als altersabhängig ist. Wir finden uns ja alle in verschiedenen Zielgruppen wieder: Wir sind Autofahrer, Eltern, Schokoladenkäufer. Auf uns treffen unterschiedliche Dinge zu, im Privaten wie auch im Beruflichen, deswegen wird sich auch eine Einzelperson von verschiedenen Newsletterdesigns angesprochen fühlen.

Sprechen wir über die Newsletter-Anmeldung: Es gibt sowohl online als auch offline die Möglichkeit, Anmeldeformulare zur Verfügung zu stellen. Lohnt sich das offline noch in unserem digitalen Zeitalter?

Ich kenne Beispiele, in denen das sehr gut funktioniert. Das trifft sicherlich nicht auf alle zu und ist auch wieder eher davon abhängig, was man anbietet. Beispielsweise Veranstaltungen und Kurse, die an einem bestimmten Ort stattfinden, bieten sich hervorragend dafür an, durch ein Offline-Anmeldeformular neue Newsletter-Abonnenten zu gewinnen. Wenn man vor Ort mit den Menschen in Kontakt ist, dann sollte sich auch vor Ort eine Anmeldemöglichkeit anbieten.

Ganz allgemein, egal ob online oder offline, kann man aber sagen, dass die wenigsten Leute per se begeistert sind, einen Newsletter zu abonnieren. Sie brauchen dabei einen konkreten Grund, der sie davon überzeugt, dass sie einen Nutzen davon haben, den Newsletter zu empfangen. Hier kann man natürlich mit Freebies oder anderen Anreizen locken, aber auch einfach dadurch überzeugen, dass die Empfänger „immer auf dem Laufenden bleiben”. Aber in jedem Fall brauchen die meisten Leute einen Grund, der sie erstmal von der Anmeldung überzeugt.

Welche Infos sollten in ein Newsletter-Anmeldeformular auf der Website?

Vor allem ist hier wichtig, den Leuten mitzuteilen, was sie erwarten wird, wenn sie sich für den Newsletter anmelden. Das ist einmal aus Gründen der Transparenz, spielt aber auch in den Überzeugungsfaktor mit rein. Man sollte den Abonnenten direkt zeigen, welche Vorteile sie durch den Newsletter-Empfang haben und was sie ungefähr erwartet bezüglich der Frequenz oder auch der Inhalte.

Aus rechtlichen Gründen darf man ja nur die E-Mail-Adresse verpflichtend erfragen. Trotzdem finde ich es absolut legitim, auch nach dem Namen zu fragen, den die Kunden freiwillig eintragen können. Ich bin auch ein großer Fan davon, eine Themenauswahl anzubieten, damit man direkt selektieren kann, welche Inhalte relevant sind.

Aber auch beim Anmeldeformular sollte man nicht zu viele optionale Angaben erfragen. Die Bereitschaft, sich anzumelden, ist tendenziell höher, wenn man nicht direkt einen Fragebogen mit zig Feldern ausfüllen muss. Vor allem wird es kritisch, wenn für die Kunden gar nicht erkennbar ist, welche Relevanz die erfragten Daten haben und warum beispielsweise direkt die Adresse, die Telefonnummer etc. angegeben werden soll.


4. Das eigene Angebot und die Zusammenarbeit mit rapidmail

Angebot:
Irene Theiß unterstützt Sie bei der Benutzung von Newsletter-Tools sowie bei der Erstellung und Konzipierung Ihrer Newsletter. Als Branchenexpertin hilft Sie Ihnen bei allen Anliegen von A-Z rund um den Newsletterversand weiter. So können Sie effizient ins E-Mail-Marketing starten, ohne sich langwierig in die Technik einzuarbeiten.

Zielgruppe:
Ihr Angebot ist nicht auf eine feste Gruppe beschränkt, in erster Linie richtet sie sich aber an Selbstständige und kleine Unternehmen.

Wie kam es dazu, dass Sie Service-Partnerin von rapidmail wurden? Und was bedeutet das überhaupt?

Ich wurde von einer rapidmail-Mitarbeiterin angesprochen. Zu dem Zeitpunkt kannte ich das Tool bereits, hatte aber selbst noch keine Kunden, die das Tool ebenfalls benutzen. Als mir das Service-Partner-Programm vorgestellt wurde, habe ich festgestellt: Ich würde total gerne mitarbeiten!

Der ganze Stil von rapidmail passt total gut zu meinem eigenen Stil, also sowohl die Zielgruppe als auch die Kommunikation nach außen. Wenn ich mich durch den rapidmail Blog klicke, denke ich mir sehr oft, dass das bei mir im Blog genauso stehen könnte. Das sind Empfehlungen, die ich gleichermaßen aussprechen würde, Sachen, die ich selbst ebenso umsetze.

Das, was ich meinen Kunden anbiete, ist ein Angebot für rapidmail-Nutzer, die Unterstützung suchen, die über die normale Support-Leistung hinausgeht. Für mich ist die Service-Partnerschaft natürlich eine tolle Möglichkeit, um über rapidmail von Leuten gefunden zu werden, die mich noch nicht kennen. Und weil die Leute von rapidmail kommen, kenne ich das Programm bereits, weiß, wie die Abläufe funktionieren und kann dann dementsprechend schnell bei den ersten Schritten zu effektivem Newsletter-Marketing helfen.

Haben Sie ein Motto oder einen Ratschlag, den Sie all Ihren Kund:innen mit auf den Weg geben? Wie lautet er?

Meine Empfehlung, wenn der Newsletter soweit fertig eingerichtet ist: 

Man sollte sich eine Versandfrequenz überlegen, die gut machbar ist. 1x pro Monat, 2x pro Monat, mehr würde ich zu Beginn nicht machen – vor allem dann, wenn die Ressourcen fürs Newsletter-Marketing begrenzt sind. Dabei sollte man dann aber auch konsequent bleiben.

Wichtig ist auch der Listenaufbau. Am Anfang hat man vielleicht noch nicht so viele Leser und fragt sich, ob man wirklich schon etwas rausschicken soll.

💡 Mein Tipp dazu:

Unbedingt! Die User haben sich bewusst für den Newsletter angemeldet, sie warten darauf, dass jetzt etwas kommt. Und wenn sie dann zwei Monate, ein viertel Jahr nichts hören, dann haben sie den Newsletter schon wieder vergessen. Das wirkt sich dann negativ auf die Anzahl der Newsletter-Öffnungen aus.

Also: Frühzeitig starten, keine falsche Scheu wegen der Größe der Empfängerliste haben und eine Routine und einen Rhythmus für den Newsletterversand entwickeln, den man einhalten kann.


5. Zukunftsgemunkel: Die Branche in 10 Jahren

Als Expertin gesprochen: Was denken Sie, wie wird sich das E-Mail-Marketing perspektivisch weiterentwickeln? Wo wird die Branche in 10 Jahren stehen?

Ich glaube, dass sich bei der Personalisierung und bei der Anpassung der Inhalte noch Einiges tun wird. Das kann man ja jetzt schon teilweise beobachten, dass man auf Links in E-Mails klickt und dann auf einer für einen selbst personalisierten Landingpage landet, die einem genau die Inhalte bietet, für die man sich interessiert.

Dass die E-Mail verschwindet, das glaube ich nicht. Da müssen wir uns keine Gedanken machen. Totgesagt wird die E-Mail ja schon lange. Und ich komme aus der Verlagsbranche, auch die Zeitung, Bücher und so weiter werden seit geraumer Zeit totgesagt. All das sind Medien und Formate, die sich verändern, anpassen und wandelbar sind. Aber verschwinden werden sie nicht.